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Biographie (1)

Kindheit

In Morsbach, einer kleinen Gemeinde der Stadt Würselen, unweit von Aachen, erblickte Walter Rütt am 12. September 1883 das Licht der Welt. Sein Vater Heinrich arbeitete zu dieser Zeit als Bahnhofsvorsteher, seine Mutter Caroline, geborene Hünking, versorgte den Haushalt.

In den ersten Lebensjahren durchlitt Walter Rütt einige schwere Krankheiten, durch die er stark geschwächt wurde und zunächst etwas schmächtig war. Sein Fahrrad wurde zum "Heilmittel", welches ihm nicht nur Unabhängigkeit verschaffte, sondern in vielen und langen Touren eine überdurchschnittliche Stärke herausbildete.
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Talent

 

1899 unterhielt Heinrich Rütt in Köln eine Gastwirtschaft, in der regelmässig zwei Radsportvereine tagten. Diese beschlossen im Herbst des selben Jahres, ein Radrennen von Köln nach Neuss und zurück ins Leben zu rufen. Heinrich Rütt, der wusste, was er seinen Stammgästen schuldig war, stiftete für dieses Rennen als Ehrenpreis eine Standuhr.

 

Am Morgen des Veranstaltungstages schlich sich Walter schon früh aus dem Haus, um den Start des Ereignisses zu verfolgen. Er beschloss, den etwa 30 Teilnehmern auf seinem Tourenrad ein Stück zu folgen und diese wunderten sich bald, dass der Sechzehnjährige offenbar keine Mühe hatte, den Anschluss zu halten. Während die Rennfahrer am Kontrollpunkt in Neuss ihre Meldezettel abgaben, beliess es Walter mit einem Klaps auf den Tisch des Kontrollpostens und folgte weiter der Spitzengruppe, die sich auf sechs Fahrer dezimiert hatte.

 

Als in der Ferne die Türme des Kölner Doms auftauchten, beschloss Walter in jugendlicher Naivität und ohne sich der Tragweite seines Handelns bewusst zu sein, vorzufahren und den Wartenden am Ziel von der baldigen Ankunft der Fahrer zu berichten. Tatsächlich erreichte er als Erster das Ziel, stürzte vom Rad und erhielt eine schallende Ohrfeige von seinem Vater, der den „Bengel“ vermisst hatte und ihn nun im Staub der Strasse vor sich liegen sah. Erst der Veranstalter klärte den verdutzten Vater über den Sachverhalt auf und die nunmehr einlaufenden Amateure mussten neidlos anerkennen, welche Schlappe sie sich geleistet hatten.

 

Zuhause schwieg man besser über den Vorfall denn die Mutter war auf solchen „Firlefanz“ nicht gut zu sprechen. Walter war zu dieser Zeit als Volontär in einer grossen Firma tätig und sollte nach dem Willen der Eltern am Technikum von Mittweida Maschinenbau studieren.

 

 

Obwohl die Begebenheit gezeigt hatte, dass er zum Rennfahrer geradezu prädestiniert schien, musste er sich mit seiner strengen Mutter auseinandersetzen, die dem Radsport skeptisch gegenüber stand. Caroline Rütt glaubte fest, er würde als Rennfahrer an Schwindsucht erkranken oder auf einer Rennbahn zu Tode stürzen.

 

So absolvierte Walter seine Amateurrennen zunächst nur mit Wissen des Vaters und legte seinen ersten Siegerpokal aus Angst vor Strafe in einen Schuhkarton, den er unter den Stachelbeersträuchern im elterlichen Garten vergrub.

 

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Walter Rütt als Jungprofi