Startseite Biographie Zahlen & Fakten Andenken Fotoschau Downloads
Biographie (2)


Aufstieg

Auf Anraten des Weltmeisters des Jahres 1894, August Lehr, wurde Walter Rütt bereits mit 17 Jahren Profi und zählte zunächst im Rheinland, bald in ganz Deutschland, zu den beliebtesten Fahrern. Sein freundliches Gesicht weckte viele Sympathien und verschaffte ihm zahlreiche Verehrer. Dazu galt er als ausgesprochen fair, Siege fuhr er stets einwandfrei heraus und Niederlagen einzugestehen, bereitete ihm keine Probleme. Er erwies sich als würdiger Nachfolger Willy Arends, dessen Stern langsam verlosch und zeigte keinen falschen Respekt, wenn er auf die internationale Extraklasse traf. Nach seinen ersten Siegen über Fahrer wie Thorvald Ellegaard, Henry Mayer und Frank Kramer erfolgte der endgültige Durchbruch und 1904 galt er als der beste Flieger der Welt.

Kein Tag verging, an dem sich nicht irgendwo in Europa die Radsprinter gegenüber standen und erbittert um die Gunst des Publikums und hohe Preisgelder kämpften. Informiert wurden die Anhänger in Deutschland durch die "Rad-Welt", einem in hoher Auflage produzierten Magazin, dessen Redaktion durch die beiden Berliner Adolf Schulze und Fredy Budzinski geleitet wurde. Indiz für die Popularität des Radsports war die Tatsache, dass die "Rad-Welt" täglich erschien.
nach oben

Copyright © 2005-2017  Bernd Wagner. Alle Rechte vorbehalten.

 

ImpressumSitemap

 

Sechstagerennen

 

In den USA erlebten unterdessen die Sechstagerennen einen ungeheuren Aufschwung. Die Idee, Mannschaften aus jeweils zwei Fahrern, welche sich beliebig ablösen durften, 144 Stunden lang auf einer kleinen Rennbahn fahren zu lassen, fand riesiges Interesse und füllte die Hallen. Der Amerikaner Floyd Mac Farland hatte die Fähigkeit Walter Rütts, auch über lange Distanzen hohes Tempo fahren zu können, erkannt, und überredete ihn zur Teilnahme am New Yorker Sechstagerennen 1906. Die deutsch-amerikanische Mannschaft erreichte einen guten dritten Rang. Im Folgejahr gelang Rütt an der Seite des Holländers John Stol der erste Sieg im Madison Square Garden und die Zeitungen in den USA überschlugen sich mit Lobeshymnen. 1909 fuhr das Paar Rütt-Clark die Ehrenrunde, 1912 gewann Joe Fogler an der Seite des Deutschen.

Arend, Rütt, Ellegaard, Paris 1901

In Berlin, das 1909 sein erstes Sechstagerennen erlebte, zeigte man 1910 ein reges Interesse, Walter Rütt für einen Start zu verpflichten. Dieser lebte nur noch im Ausland, vorwiegend in Frankreich, da er seiner Gestellungspflicht nicht nachgekommen war und nun aus Angst vor Verhaftung nicht wagte, die deutschen Landesgrenzen zu passieren. Auf diplomatischen Wegen wurde eine Begnadigung Rütts erreicht und unter ungeheurem Jubel wurde dieser in Berlin empfangen. An der Seite von Jack Clark gewann er nicht nur die Austragung 1910, sondern mit John Stol auch die nächsten drei Rennen an der Spree. 1911 siegte das Paar ausserdem in Frankfurt. Jahre später bezeichnete Walter Rütt seinen ersten Berliner Sechstagesieg als denjenigen, der ihn gefühlsmässig am meisten berührt habe.

 

mehr...

Walter Rütt im Madison Square Garden