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Biographie (6)

Reischssportlehrer

Am 1. Mai 1937 trat Walter Rütt der NSDAP bei, unüberzeugt, wie der Zeitzeuge Klaus Budzinski meinte (Quelle: "Fredy Budzinski" von Renate Franz). Durch die Mitgliedschaft erhielt er eine Anstellung als Reichssportlehrer, dies sicherte vorläufig seinen Unterhalt und ermöglichte es ihm, im vertrauten Metier des Radsports tätig zu bleiben.

Nachfolgend ist auszugsweise ein Artikel aufgeführt, der am 29. Juli 1941 im Magazin "Deutsche Sport-Illustrierte" erschien. Er macht deutlich, auf welche Art und Weise sich die Propaganda des Nationalsozialismus die Popularität Walter Rütts zu Nutze machte.
Trainingslager 1941, rechts im Hintergrund Walter Rütt

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Ähnlich pathetisch klingt es im offiziellen Organ der Pflicht- und Fachverbände des Fahrrad Gross- und Einzelhandels "FKZ". Dort heisst es im Heft 12 vom September 1943 anlässlich des 60. Geburtstages von Walter Rütt:

 

"Als Reichsbundlehrer steht Walter Rütt auch heute noch immer im Dienst am deutschen Sport, indem er die radfahrende Jugend zu leistungsfähigen, brauchbaren Rennfahrern heranbildet. Die Erfolge unserer Jungmannen und Amateure im In- und Auslande beweisen, das der Altmeister mit seiner Erziehungsmethode auf dem richtigen Wege ist. Hoffen wir, dass diese brauchbare Kraft dem deutschen Radsport noch recht lange erhalten bleiben möge."

 

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Erklärung des Domaininhabers

 

Der Domaininhaber distanziert sich ausdrücklich von der Ideologie und den Symbolen des Nationalsozialismus. Die hier gezeigten Texte und Fotos dienen ausschliesslich dem Zweck der Dokumentation.

 

Die Annäherung an die Person Walter Rütts erfordert es, den Lebensabschnitt von 1937 - 1945 nicht auszuklammern. Dem Besucher dieser Website soll es vorbehalten bleiben, sich anhand der angebotenen Informationen seine eigene Meinung zu bilden.

 

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undatiertes Foto, mittig Walter Rütt

„Das Leben hat ihn nicht zerbrochen, obwohl es ihn mächtig hin- und herriss. Es gab Zeiten, da wurde dieser Rütt gefeiert gleich den anderen Rad-Göttern des wilhelminischen Deutschland. Es war die Zeit, wo man den grossen Radfahrern diamantbesetzte Zigarettendosen hinschmetterte, aus blanker Begeisterung und wo man sie heftiger feierte, als später die bekanntesten Fussballspieler. Rütt musste alles bitter bezahlen. Rütt war kein Hans im Glück.

 

Er stand hinter den Nickelhähnen einer Gastwirtschaft am Sportpalast, aber er kam in eine Flaute. Er hatte die Rütt-Arena gebaut, wohl in Erinnerung an Zeiten des Radsports, die nicht mehr herabzubeschwören waren: sie brannte ab. Er ging nie unter. Der Kopf wurde grau und eisgrau. Rütt lächelte wenig. Aber er blieb, der er war: ein Mann mit Mut und Herz.

 

Das neue Deutschland hat ihn auf einen schönen Platz gestellt, Walter Rütt gibt sein Wissen an die Jugend weiter.“