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Sammelbild des Zigarettenherstellers Greiling

 

Der Bau

 

Im April 1926 begannen die Ausschachtungsarbeiten für das Projekt und vor Ort wurden die 1200 Betonblöcke gegossen, auf denen später die Konstruktion der Rennbahn ruhen sollte.

 

Die Baumassnahmen waren bereits im vollen Gang, als sich ernsthafte Probleme abzeichneten. Das erste für die Unterkonstruktion der Bahn gelieferte Holz war schwammig und musste ausgetauscht werden. Kurz darauf verhängten die zuständigen Behörden gar einen Baustopp.

 

Gegner der Radrennbahn hatten nämlich gegen eine "Verschandelung wertvoller Grünflächen" mobil gemacht  und forderten aus vermeintlicher "Angst vor einem amerikanischen Rummelplatz" die Rettung der Hasenheide.

 

Die tatsächlichen Gründe für den Sturmlauf der Neuköllner Bezirksverordneten lagen allerdings darin, dass die Schutzpolizei, der Eigentümer des Grundstücks, sich bislang geweigert hatte, das Terrain für andere Zwecke zur Verfügung zu stellen.

 

Bemerkenswert ist das hohe Tempo, mit dem die Arbeiten durchgeführt wurden. Vom Fällen der ersten Bäume bis zur Eröffnung der Rennbahn vergingen weniger als drei Monate.

 

 

Biographie (4)

 

 

Die Rütt-Arena

 

Vor Beendigung seiner Karriere stellte Walter Rütt Überlegungen an, wie er seine zukünftige Lebensplanung ausrichten solle. Als "Ungelernter", der mit 16 Jahren die Schulausbildung abgebrochen hatte, um Radprofi zu werden, kam für ihn auch weiterhin nur eine Tätigkeit in diesem Metier in Frage.

 

Die seit einer Saison brach liegende Radrennbahn in Köln-Riehl schien ein lohnendes Objekt zu sein, um sich als Veranstalter zu betätigen. Mit ihrem Besitzer, Baron Oppenheim, führte er Verhandlungen über eine Pacht, die beiden Parteien konnten aber keine Einigung erzielen.

 

Deshalb reifte in ihm der Entschluss, in der Berliner Hasenheide eine kleine Trainingsbahn aus Holz zu bauen, auf der es nur Stehplätze für 50 Pfennige geben sollte.

 

Im März 1926 hielten sich die amerikanischen Promoter Mihlon und Chapman, die in den USA sämtliche Rennbahnen kontrollierten, in Paris auf und Walter Rütt erfuhr zufällig davon. Gleich am nächsten Tag fuhr er mit dem Zug in die französische Hauptstadt. Chapman und Mihlon waren sofort begeistert von seinen Plänen und zeichneten ihm die Newarker Bahn mit ihren genauen Massen auf. Für den Bau stellte Frank Mihlon den Betrag von $ 25.000 zur Verfügung. Dies entsprach nach damaligem Geldwert einer Summe von 100.000 Mark.

 

Nachdem man anfänglich davon ausging, dass das Material der in Benutzung befindlichen Kaiserdammbahn Verwendung finden und auf eine Länge von 222 Metern erweitert werden solle, entschied sich der Investor schliesslich für einen kompletten Neubau nach amerikanischem Muster. Mit der Durchführung beauftragte man die Firma Elbe & Ludwig.

 

Am Sonntag, dem 27. Juni 1926, wurde die Rütt-Arena eröffnet. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Aufzug sämtlicher Gau-Vereine unter Führung ihrer Bannerträger, die Eröffnungsrede hielt der Bundes-Präsident Dr. Totscheck-Stettin. Altmeister Leinert fuhr die erste Runde auf einem Hochrad, bevor die Bahn für die Meisterschaften des Gaus Berlin freigegeben wurde.

In den folgenden Wochen entwickelte sich ein lebhafter Betrieb auf dem Gelände der Rütt-Arena, wo sich nicht nur die Elite der internationalen Berufsfahrer präsentierte, sondern auch Nachwuchsrennen und Trainingslehrgänge stattfanden. Volksrenntage kamen ebenso zur Austragung wie die Meisterschaft der Berliner Zeitungsfahrer, Boxkämpfe oder Wettbewerbe für Marktschreier.

 

 

Dieses Schild hing über der Einfahrt zur Rütt-Arena

Da sich die Zuschauer längst nicht mehr allein durch Fliegerrennen locken ließen, wurden auch kostspielige Mannschaftsrennen nach Sechstageart durchgeführt und namhafte Steher verpflichtet, die hinter kleinen Schrittmachermaschinen fuhren.

 

In den Wintermonaten richtete man Teile des Innenraums zu einer Eisfläche her und lud zu kurzweiligen Veranstaltungen in das Restaurant der Anlage.

 

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Pressefoto