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Diese Internetpräsenz ist dem Radrennfahrer Walter Rütt gewidmet, der in den Pionierjahren des Bahnradsports eine herausragende Rolle spielte. Die Website behandelt die wichtigsten Stationen seiner sportlichen Laufbahn und dokumentiert entscheidende Abschnitte im Privatleben des Athleten. Seltenes Bildmaterial, das im Laufe vieler Jahre zusammengetragen wurde, zeigt den Sportler in allen Phasen seines Wirkens.
Prolog

"Fliegerrennen", so bezeichnete man im späten 19. Jahrhundert die Wettbewerbe der Bahnradsprinter. In einer Zeit ohne Flug- und Autoverkehr im heutigen Sinne galten die Flieger als die schnellsten Menschen der Welt. Die besten von ihnen wurden Berufsfahrer, waren die Stars eines jungen und modernen Sports und hatten ihre Verehrer in allen Gesellschaftsschichten.

Fliegermeetings waren Grossereignisse und wo die Radarenen den Platz boten, kamen mehr als 20.000 Zuschauer. Wenn die Flieger ihre für heutige Verhältnisse ungeheuer schweren Rennmaschinen mit wuchtigen Tritten auf eine Geschwindigkeit jenseits der 60 Stundenkilometer beschleunigten, kannte die Begeisterung des Publikums keine Grenzen.

Wenn der exzentrische Hannoveraner Willy Arend ein Match gegen den Franzosen Edmond Jacquelin austrug, war dies ein Ereignis, dass die Sportnation bewegte.
Die aus dem Ausland angereisten Fahrer wurden von den Fans schon am Bahnhof empfangen und kleine Jungen waren stolz, wenn sie die Reisetaschen ihrer Idole zur Rennbahn tragen durften.
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Walter Rütt und der Niederländer John Stol auf der Radrennbahn von Newark 1912. Die Beiden ergänzten sich perfekt und galten in dieser Kombination während der frühen Sechstagerennen als unschlagbar.

„Eisernes Training und solideste Lebensweise waren die Ursache meines Erfolges.“

 

 

Walter Rütt auf einem Pressefoto in den USA 1912

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz anders geartet als die Fliegerrennen, aber zu jener Zeit von gleichem Interesse beim sensationslüsternen Publikum, waren die Sechstagerennen, welche wenig gemein hatten mit den "Volksfesten" von heute. Es waren echte und harte Ausdauerprüfungen über sechs volle Tage und Nächte und sie fanden oft unter Bedingungen statt, die man heutzutage für unzumutbar erklären würde.

 

Austragungstermin war der Winter, in den ungeheizten Hallen war es kaum wärmer als draussen und die Fahrer brachten kleine Öfen mit, die sie neben ihre Kojen stellten, um während der kurzen Pausen nicht zu "erfrieren". Neben der Pritsche hatten sie einen Sauerstoffapparat stehen, um wenigstens ab und zu etwas reine Luft zu atmen. Tabakrauch lag in solch dichten Schwaden über der Rennbahn, dass man oft die Gegengerade nicht erkennen konnte.

 

In beiden Disziplinen bildeten sich Spezialisten heraus, einige schafften in ihrem Metier den Weg an die Spitze, in beiden zu glänzen, war fast unmöglich.

 

Dem Protagonisten dieser Seiten ist es gelungen, sich sowohl mit dem Titel des Fliegerweltmeisters als auch dem eines Champions der Sechstagerennen zu schmücken. Seine Geschichte ist die vom kometenhaften Aufstieg und Erfolg, von Ansehen und Reichtum, aber es ist auch die von der Vergänglichkeit des Ruhmes und die der Armut. Es ist die wahre Geschichte des Walter Rütt.

 

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